Freitag, 28. Januar 2011

Regen, Schlafen, Internet, Essen, Regen . . . Alltag


So sieht mein Alltag aus, Tag ein... Tag aus. Im Buero muss ich anwesend sein, obwohl es auch eher „mehr schein als sein“ ist. Aber irgendwie passiert doch immer etwas. 

Einen Tag fuhr ich auf das Campo. Obwohl das alles auch Alltag fuer mich schon laengst geworden ist, werde ich doch immer wieder auf das Neue ueberrascht. Ob auf der Strasse, im Buero , aber besonders auf dem Campo. Alles fing ganz gewoehnlich an. Mit einer Stunde Verspaetung fuhren wir zu einem 30minuetigen entfernten Dorf und biegten in einen kleinen Waldweg ab, der zwischen Urwald und Fluss entlang fuehrte. Wir muessten eigentlich auf die andere Seite des Flusses und fuhren,fuhren und fuhren bis zur Bruecke. Als wir schon abgebogen sind, sahen wir, dass sie kaputt war. Alle Holzbretter waren morsch und durchgebrochen. Die wenigen Metallstangen hingen mehr oder weniger am richtigen Platz. Walter, ein Kollege, kommentierte bloss laessig: „Huch, vor 2 Wochen bin ich da noch druebergefahren.“. Ich senkte meinen Blick um den Fluss zu sehen und ploetzlich erblickte ich Metallreste und Reifen von einem Auto. Dies koennten wir auch gewesen sein, 20 m tiefer unten als wir eigentlich wollen wuerden.

Wir fuhren weiter gerade aus um vielleicht eine andere Bruecke zu finden. In unserer 1 ½ stuendigen Fahrt begegneteten wir bloss einem anderen Auto und 2 Frauen, die von ihrer Finka nach Hause wanderten. Wir fragten das gruene Auto, wo wir denn eine Bruecke finden wuerden? Er meinte noch weiter gerade aus. Die Kinder, die zum Auto gehoerten,  tollten auf dem Weg oder auf dem Pick-up. Wir stiegen ein und fuhren los. Nach 5 „derrumbes“ also Erdrutschen, die wir ueberwinden mussten mit unserem Pick-up, konnten wir einen besonders grossen Erdrutsch nicht ueberwinden. Das Gebiet wo ich lebe heisst „Ceja de la Selva“ (Augenbraue des Urwaldes), wunderschon gelegen zwischen den Auslaeufen der Anden und des tiefen Urwaldes. Bergig und angenehm von der Temperatur ist es jedoch ziemlich gefaehrlich. Es regnet besonders viel, auch angesichts der Regenzeit. Erdrutsche gehoeren zur Normalitaet oder wenn ein Stueck der Strasse weggetragen werden, da Wasser untergespuelt wird und somit das Teerstueck 20 km  tiefer im Tal wiedergefunden wird. Somit wurden wir gezwungen den Matsch, die neuen Erdmassen und Steine hinter uns zu lassen als wir auf ein besonders grossen Erdrutsch aufmerksam wurden, der knapp vor uns gedriften ist und kehrten um. Regen ist nun mal eine Naturgewalt vor der ich imensen Respekt habe. Als wir auf dem Nachhauseweg waren, lief ein kleiner, vielleicht 7 jaehriger Junge weinend an uns vorbei. Walter fragte nach, was denn passiert sei. Er war barfuss und hielt nur eine Kokosnuss in der Hand sowie Duengungsmittel fuer Kaffee. Er meinte, er waere einer der Kinder die auf dem Pick-up gespielt haben und man haette ihn einfach da gelassen. Wir hackten nach, wohin er denn muesste. Die Antwort war ein Doerfchen welches 2 Stunden Fahrt entfehrnt ist. Es war schon 5 Uhr Nachmittags und in der Aequatornaehe wird es immer zwischen 18 und 19 Uhr dunkel. Ich war fassungslos und der Blick des Jungen blieb mir fuer mehrere Tage im Gedaechnis. Wie konnte man ein kleines Kind mitten im Urwald vergessen? Walter meinte, dass beim Spielen, so etwas schnell passieren kann. Aber faehrt man nicht zurueck um das Kind dann zu suchen? Kopfschuettelnd fuhren wir weiter und leise betete ich, dass jemand ihn abholen kommt. 

Auf dem Rueckweg passierte auch etwas unvorsehbares. Normalerweise stehen Personen auf der Schotterpiste links oder rechts von der Strasse und halten die Hand raus um mitgenommen zu werden. Da es keine oeffentlichen Verkehrmittel gibt, ausser Collectivos, die aber nur selten verkehren, ist es so wie Nachbarschaftshilfe: „Ich nehme dich heute mit und morgen hilfst du mir weiter...“. Da alle Autos Pick-ups sind mit einer Ladeflaeche, steigen die Passagiere hinten auf die Ladeflaeche. Machmal nach einem Campotag nehmen wir um die 15 Leute mit. Oefters sind es aeltere Menschen oder Frauen mit Kindern wobei das juengste Kind mit einem Tuch am Ruecken festgebunden wird. Diesmal waren es zwei Jugendliche, die mitten auf dem Weg standen und die Arme ineinander gehackt haben, somit wir nicht durchkommen. Als wir gebremst haben, schien mir, als ob der Juengere, der links also von der Beifahrerseite, etwas mit dem Arm hatte, denn er hielt ihn auf eine komische Art und Weise und sein Gesicht sah aufgedunsten aus. Er ging zu Walter, dem Fahrer, und sagte etwas was ich akustisch nicht verstand. Ich sah bloss, dass Walter mit der rechten Hand alle Tueren verriegelte. Unschuldig war ich ueberzeugt, dass der Arm vielleicht gebrochen war und er zum naechsten Krankenhaus in Villa Rica musste. Aber nach der Verriegelung der Tueren wusste ich bescheid, dass es nicht harmlos ist. Der Junge der rechts auf dem Weg stand, ging zur Hintertuer, waehrend der Fahrer mit dem anderen Jungen diskutierte und wollte die Tuer aufmachen. Walter schien gereizter und sagte: „Betrunkenen gebe ich kein Geld.“. Als wir weiter fahren wollten, schmiss sich einer der Jungs auf unsere Kuehlhaube, sodass wir nicht weiterfahren konnten. Walter fuhr rueckwaerts um dann mit Schnelligkeit wieder nach Vorne zu fahren. Das Gesicht des Jungens, bei dem ich naiv gedacht habe, dass er verwundet ist, war voller Drogen aufgedunsten, seine Augen rot und wirr. Gefahren kann ich wirklich sehr schlecht einschaetzen, besonders in einem fremden Land. Was waere, wenn er wirklich Hilfe brauchen wuerde? Was waere, wenn ich die Fahrerin waere, ein Auto nur mit Frauen, unter Schock und Angst wuesste ich 100prozentig nicht, was das Richtige ist. Nachdem ich meinem Freund davon berichtet hatte, erzaehlte er mir, dass in diesem Dorf die Jungs meistens mit Waffen die Menschen ausrauben. Also hatten wir vielleicht Glueck im Unglueck. Nur unsere Koepfen waren wieder einmal von Bildern und Geschichten mit „was waere wenn“. 

Aber zum Glueck hatten wir alle ein ruhiges

Happy End.

Samstag, 15. Januar 2011

Living a backpacker’s dream

Tipp: Mit einem Klick auf die Bilder erscheinen sie viel grosser in einem neuen Fenster :)

Meine tolle Reise ist nun vorbei und es geht nach 3 Wochen Sonne, Waerme, Erlebnisse, Erfahrungen, Gesichter zurueck ins winizge, ausgestorbene, regnerische Villa Rica. Versteht mich nicht falsch: Es fuehlt sich wahrhaftig (toll) an wie mein zu Hause. Als ich die Grenze von Ecuador nach Peru ueberschritten habe, schrie und jubelte, denn ich war nach Kriesen, Traenen und Blut endlich wieder zu Hause. 


Nach unglaublichen vielen Stunden Busfahren haben mich 5 Jungs in Moyobamba abgeholt. So ein tolles Gefuehl, bekannte, laechelnde Gesichter zu sehen; vereint die DED-Familie fuer Weihnachten. Ein Freund, Alessandro, fragte mich ob ich nicht spontan Lust haette am naechsten Morgen schon weiter zu fahren. Fuer Weihnachten wuerden wir dann wieder zurueck kommen um die gesamte familiaere Truppe von 11 Leuten zu sehen. Na klar hatte ich Lust. Ohne Erwartung, muede von der gerade beendeten Reise, fuhren wir 10 Studen meine Strecke, die ich erst gefahren bin zurueck. Mit viel Chaos und Ungeplantheit, wie es nur so ueblich ist in Peru, wechselten wir 4 mal das Auto, Bus etc bis wir endlich im Traumland von Chachapoyas angekommen sind. Diese koloniale Stadt raubte Alessandro und mir den Atem. Mit kurzen Hosen und Tops in der Selva losgefahren, wurden wir innerhalb von wenigen Stunden in dem kalten Andenparadies verzaubert. 

Plaza in Chachapoyas
Kuelap
links menschliche Knochen
Am naechsten Tag ging es nach Kuelap, „das bessere Machu Picchu“, „Machu Picchu fuer Arme“, „Alternative Machu Picchu“. Kuelap steckt voller Magie, und obwohl ich Machu Piccu noch nicht gesehen habe (im August mit meiner Mutter), kann es kaum besser werden. Laut wikipedia: „die Gegend mit der vielleicht höchsten Dichte an unentdeckten und unerforschten "Orten von historischem Interesse" in ganz Südamerika“, (natuerlich habe ich es vorher nicht gelesen und erlich gesagt, hatte ich noch nie etwas ueber Kuelap gehoert), regt bis heute meine Fantasie und Endeckerlust an. Diese Festung, die kleinen runden Fundamente, die hoechstwahrscheinlich Haeuser waren, die Bromelien und die ganz alten Baeume... das alles hatte etwas magisches. Das Aussergewoehnlichste war, dass so wenig ueber die Chachapoyas (die Gruppe von Menschen) bekannt ist, die noch vor den Inkan lebten und somit Prae-Inkas sind. Anthropologen arbeiten Tag fuer Tag um neue Erkenntnisse zu erwerben. Somit ist nichts sicher, wenn unser Guide etwas ueber 3000m ueber dem Meeresspiegel erzaehlte. Bilder und Geschichten kreisten in unseren Koepfen; die Fantasie wurde angeregt. Eine Anthropologin war am arbeiten und hatte kurz zuvor menschliche Knochen ausgegraben... 

Kuelap

Wasserfall Gocta
Ein Tag spaeter folgte unser atemberaubender, spontaner und chaotischer Kurztrip. Es sollte noch am Abend zu einem Dorf ganz abgelegen in der Ceja de la Selva (Augenbraue der Selva; genau wie Villa Rica, nur noch hoeher in den Anden gelegen) fuehren. Wir wurden von einem Collectivo-Auto unten am Fluss rausgelassen und uns wurde nur die grobe Richtung und die grobe Zeit von 2-3 Std die wir fuer die Wanderungen braeuchten. Abends/Nachts, zu Zweit, mit Rucksaecken, einer kleinen Taschenlampe 2 l zu trinken und einem Zelt ging es los. Zuerst war es ganz romantisch ging es am Fluss entlang. Kein Mensch, kein Auto, nur wir und unser Abenteuer. Es war unglaublich dunkel, da der Mond sich hinter den gigantischen Spitzen der Anden versteckte. Als es steiler bergauf ging und wir immer noch keine Lichter vom Dorf Cocachimba sahen, wurden wir unruhiger. Die klaeffenden Hunde, das unbekannte Terrain, die Umgebung und die  Natur erschien fremd. Wir kannten den Weg nicht, wir kannten die Gegebenheiten nicht: „war es vielleicht gefaehrlich?“. Wir wurden muede und wollten zelten.  Nach langer Suche fuer ein geeigneten Platz, wussten wir nicht einmal wie es aussieht wo wir schlafen werden. Alessandro packte das Zelt aus und ich hielt die kleine Taschenlampe. Und auf einmal hoerte ich etwas, ein Rascheln. Es hoerte sich groesser an als die zahlreichen Huehner. Alessandro lachte bloss auf und nuschelte etwas von: „...Weiber“. Und da war es schon wieder; kurz und laut. Es musste etwas in der Naehe sein. Als wir mit Licht leuteten blieb es stehen. Ich hatte Angst. Alessandro bekam Angst. Er, der Mann, bekam Angst, was soll ich denn bloss sagen, wie ich mich fuehlte, die sowieso schwache Nerven hatte. War das ein Mensch, der uns vielleicht ausrauben wollte? Ein Bergtier? Wir gingen schnell weiter und voller Adrenalin huschten Hunde an uns vorbei und auch sie waren aggressiv. Nach gefuehlten unendlich vielen Stunden voller Angst, Stress und Sorgen kamen wir am kleinen Dorf an. Wo sollten wir uebernachten?  Ein Bauer bot uns etwas an. Ich dachte,dass wir auf dem Boden schlafen werden, so wie sonst auch in den 3 Wochen bei Freiwilligen. Aber nein, er bot uns in seinem 8 m2 grossem Reich mit 2 Betten, ein Bett an. Ich fuehlte mich echt schuldig, als sich 3 Personen in ein Bett quetschten und Alessandro und ich uns ein Bett teilten. Wir, die eigentlich „Reichen“, schnorren uns bei den „Armen“ durch. Die Menschen waren so herzlich, sodass ich nichts mehr sagen konnte. Es war spaet und wenn wir nein gesagt haetten, waeren sie verletzt gewesen. Uebermuedet und voller Stress, schliefen wir ein, dankbar fuer Menschen auf unserem Lebenspfad, die nichts von einem verlangen, die uns mit Nettigkeit, Herzenswaerme und Freundlichkeit begruessen.

Gocta, 3. laengster Wasserfall der Erde, 771m lang
Um 5 Uhr morgens, brachen wir auf. Wir brachen zum 3 laengste Wasserfall der ERDE auf! Was fuer ein Erlebnis. Dieser Wasserfall wurde erst vor 4 Jahren vermessen, da Mythen von den Einheimischen außerordentlich ernst genommen werden. So geht die Legende von einer schönen Sirene um, die in der Lagune des Wasserfalls wohnt. Sie gilt als Mutter der Fische des Flusses und Behüterin einen Goldschatzes. Wem sein Leben lieb ist, so sagen die Einheimischen, der wagt sich nicht in ihre Nähe. Nach 3 Stunden Wanderung standen wir genau unter dem gigantischen Wasserfall. Das Wasser floss so ruhig und unendlich. Am Ende der 771 m zerstreubte sich das Wasser zu einzelnen Wassertropfen. All das, die ganzen 2 Tagen schienen so surreal und unantastbar. So wenig wie ich vorher wusste, desto mehr und positiver ueberrascht wurde ich. 







Und dann ging es schon zurueck nach Moyobamba zu unseren Freunden. Alle 11 waren schon da und nur wir fehlten. Am Abend ging es dann noch in die Baños Termales de San Mateo, also natuerliche, schwefelhaltige Thermalbad, dass natuerlich draussen sich befindet. Am 23.12. feierten wir bis spaet in die Nacht bei einer Aussentemperatur von 25 Grad und einer Wassertemperatur von 42 Grad Vorweihnachten.
Weihnachten, ich springe links- Wasserfall Lahuarpia
An Weihnachten, welches so unweihnachtlich war, fuhren wir an den Wasserfall  Lahuarpía. Es war ein besonders heisser Tag. Mit Bikini platschten wir im Wasser, assen frische Mangos und Tamales auf den Steinen. Als es in Europa schon bei den meisten Familien weihnachtete, mit Geschenken und vollen Teller, kalt in der Stube; stand ich oben auf dem Wasserfall, blickte nach die 7m nach unten und... SPRANG ! Ein so unweihnachtliches Weihnachten, ganz ohne Geschenkstress, ganz ohne Vorbereitungsstress und all dem ganzen von ueberfuellten Laden in den naechsten zu wandern, gefiel mir. Irgendwie war es gemuetlicher und fast sogar familiaerer als sonst. Jeder von uns kochte etwas, jeder half jedem beim schnibbeln, ausstechen und schneiden. Wir fuellten Waeschekoerbe mit griechischem Salat, fuellten in die Obst-und Gemuesebox des Kuehlschranks, unseren Obstsalat, hatten 3 Bleche voller Nuedelauflauf mit einer Sahnesosse, selbstgemacht Bananenchips, russische Eier, und so weiter... der Tisch war ueberfuellt und unsere Beuche fuellten sich schnell als gedacht, obwohl unsere Augen immer und immer mehr Essen koennten. Nachts ging es dann noch einmal zu cumbia-Rhythmen tanzen. Was fuer ein Weihnachten!

Unsere naechsten Etappen waren Chiclayo (wir besuchten den Hexenmarkt und den Strand, wo ich mich extremst verbrannte), Piura und Mancora. Die peruanischen Staedte sind nicht so atemberaubend wie die Natur. Alle Staedte sind relativ jung und haben wenig Geschichte. Ausser der Plaza, die immer in der Mitte der Stadt und somit den Knotenpunkt der Stadt darstellt, gibt es keine besonderen Orte, die man besichtigen muesste. Die Staedte aehnelten sich auch fast alle, also haette es auch gereicht eine Stadt gesehen zu haben. Es war trotzdem schoen Freiwillige zu besuchen und bei ihnen zu schlafen, ob auf dem Boden oder draussen auf der Terasse bei sommerlichen Temperaturen in Aequatornaehe. In Mancora, einem kleinem Fischerdoerferchen genau an der Panamericana Norte, verbrachten wir Sylwester. Dieses Doerfchen war voller Partytouristen und Surfer. Irgendwie war es auch schoen einmal etwas anderes als das gewoehnliche Peru zu sehen. Zwar waren dort fast ausschliessliche wohlhabendene Limanesen und Ecuadorianer, aber Spass hat es trotzdem gemacht und wer kann schon Sylwester am Strand feiern : )


Bienvenidos a Ecuador ! (Bruecke)

Nach unserem Stopp in Tumbes, ging es ueber Agua Verdes (Grenze) nach Ecuador. Mit einem kleinen VW- Bus ging es von Tumbes zu der peruansichen „Migracion“. Wir haben einen Zettel ausgefuellt und ein Stempel wurde uns in unseren Pass gegeben. Nach 3 km weiteren Kilometern mit dem Bus, gingen wir 6 zu Fuss ueber die Bruecke, die Peru von Ecuador trennt. Das Leben bebte und vibrierte. Menschen und Staende waren ueberfuellt.  Die Farbenpracht schmerzte in den Augen. Alles wurde auf einmal verkauft: Aeffchen, Obst, Tiere, Plastikschuhe, Geldwechsler waren vorzufinden. Hinter der Bruecke riefen wir ein Taxi der uns zu der „migracion“ in Ecuador brachte. Von dort fuhren wir ueber viele Umwege mit einem grossen Bus in Richtung Quenca. Ecuador erschien mir schon auf den ersten Blick sehr gepflegt. Auch die Menschen hatten schoene Kleidung an, Frauen liefen in hochhackigen Schuhen, Strassenkreuzungen waren voller Blumen und gruenten (in Peru wurde alles nach 4 Jahren Buergermeisteramt alles verdorren). Der Bus der eigentlich fuer laengere Strecken konzepiert wurde und ist, wurde als ÖPNV (oeffentlicher Personen Nahverkehr) missbraucht. Eigentlich passen in solch einen Reisebus so viele Menschen rein, wie es Plaetze gibt. Geschaetzt wuerde ich sagen um die 40. Doppelt so viele Standen in den Gaengen, Treppen und Tueren. Bei jeder kleinen Ecke wurde angehalten um Leute rein und raus zu lassen. Unsere Strecke sollte bloss 4 Stunden dauern, aber mit dem Lieferservice bis vor die Haustuer, womit der Busfahrer sich sein Extrageld verdient verzoegerte sich das um Stunden. Ich wurde mehrmals Zeugin wie Polizisten und Leute geschmiert wurden!
Es gibt den US $ in Ecuador seit 2000, da die Inflation so stark war, sodass die Waehrung von Sucre auf Doller gewechselt wurde um der Wirtschaft einen Schwung zu erleichern. Stabilisiert hat sich die Inflation. Doch einfach alles war so teuer in Ecuador, welches als 2. aermstes Land in Lateinamerika gilt. Sogar fuer deutsche und amerikanische Verhaeltnisse. 

Quenca
Unser erster Stopp in Ecuador war Quenca. Eine wundervolle Stadt mit einem Flair aus Italien, Frankreich, Spanien und Warschau. Die Altstadt hat kleine, enge Gassen wie die in Italien. Farben und Gerueche wie in Frankreich. Die Haeuserfassaden sind im Kolonialstil gebaut und somit spiegeln sie etwas Spanien wieder. Die Altstadt in Warschau sieht alt aus, die Haeuser wurden lange nicht mehr renoviert und somit verspruehen die farbigen Haeuserwaende, deren Putz abfaellt, eine Art melancholischer Charme. Und genau so war es in Quenca. Alles was ich an den Laendern liebte wurde vereinigt in einer. Jedoch war Quenca zu wenig „suedamerikanisch“ oder „ecuatorianisch“, was auch immer das bedeuten mag. 



rechts die Metallpfosten, in meinem Fall waren sie etwas kleiner 
Und dort passierte auch mein Unglueck. Ich ass meinen heiss geliebten „choclo“ also Maiskolben auf der Strasse waehrend ich lief, schaute ich mir eine Kirche an. Irgendein schlauer Buegermeister hat ueberall in der Stadt solche Pfosten oder Steine zwischen Strasse und Buegersteig gebaut um die Passanten zu beschuetzen. Leider, habe ich vergessen, dass so es so etwas hier gibt (so wie auch viele aus Quenca selbst sich was brechen, stuerzen, zerren etc). Ich stolperte ueber den ersten Stein und mit dem Gesicht, besser gesagt mit der Nase, fiel ich auf den 2. Stein circa 1m weiter gelegen. Da  meine Haende voll waren mit Essen und Tueten, fiel ich fast hilflos und ungebremst. Ich war die erste Auslaenderin in dem Krankenhaus von Quenca, aber diesen Titel moecht ich nicht einmal haben. Nach 5 Stunden, ohne jegliche Schmerzen, stellt sich heraus, dass ich eine gebrochene Nase habe und 3 mal genaeht worden bin. Ich habe unglaublich viel Blut verloren; vestaendlich. 

Plaza in Quito



Quito- ein Foto aus den Wolken auf 4000 m
Davon liess ich mich nicht in die Irre leiten. Zwar sah ich fuerchterlich aus, Kinder weinten auf Grund meines Anblickes, Marktfrauen schrien was fuer ein Mann mich so verhauen kann, aber meine Reise zog sich weiter. Der naechste und letzte Stopp war Quito, die Hauptstadt. Da Quenca den eherenwerten und wahren Titel als schoenste Stadt Ecuadors hat, hatte ich keine grossen Erwartungen an Quito. Quito ist gross, die Altstadt recht modern und huebsch. Die Hauptstadt ist in einem Tal gebaut, umgeben von Bergen. Da die Stadt mitten in den Anden liegt, war es recht kuehl, obwohl es direkt am Aequator gelegen ist. Mit einer Gondel fuhr ich auf 4000m ueber den Meeresspiegel um die ganze Stadt zu betrachten. Ich war ueber der Baumgrenze und es erschien mir fast kosmisch der Anblick der Tundra mitten in den Wolken und unter mir die riesige Stadt. 

Nach Quito auf fast 3000 m ueber dem Meeresspiegel ging es nach Guayaquil (die groesste Stadt Ecuadors genau an der Kueste,genannt Costa, gelegen) um einen Bus in Richtung nach Lima zu bekommen. Nach vielen, vielen Stunden der Langeweile ging es ueber nach Lima nach Villa Rica... nach Hause!

Ein Leben als Backpacker ist anstregend. Jeden Tag wo anders, jeden Tag neue Leute, jeden Tag den schweren Rucksack packen, umpacken, auspac ken, neupacken und wieder auf Suche gehen nach dem guenstigsten Hostel,  Restaurant, Busunternehmen. Wundervoll aufregend war die Reise. Viel mitgenommen habe ich, Erinnerungen welche mir niemand mehr wegnehmen kann. Die Zeit mit wundervollen Menschen an wunderbaren Orten verbracht!

Aber am schoensten ist es doch zu Hause!!!