-Verrueckte Wahlen, gefaehrliche Wahlen
Peru stand schon wieder auf dem Kopf- diesmal mit der Praesidentschaftswahlen, dem Parlamento Andino und dem Kongress. Es war auf jeden Fall ruhiger in Villa Rica als bei den Regionalwahlen, sowie den Buergermeisterwahlen im Oktober.
Trotzdem wurden Wahlkampagnen ueberall abgehalten: Sogar im Fernsehen wurde die Werbung fuer Waschmittel, gleich mit dem Thema Praesident verbunden, unter dem Motto: Wieso nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen-> Werbung fuer das Produkt und DAS Thema schlechthin.
Knapp und kurz werde ich die Kandidaten vorstellen:
Ollanta Humala: Der ehemalige Militaer war bei einem Punschversuch 2000 mitbeteiligt und nach Angaben verschiedener Zeitungsartikel, wird bekanntgegeben, dass seine Familie offen Homophobie und Antisemitismus vertritt. Die linke politische Richtung ist kaum entwickelt in Peru, auf Grund der Geschichte Perus und des 20 Jahre lang andauernden Terrorismus. Er spricht die arme Bevoelkerung an, die Mittel- und Oberschicht hat Angst, denn er hat offen zugegeben, dass er die Verfassung zugunsten einer Reform aendern moechte. Die Bevoelkerung sieht Aehnlichkeiten zu Che Guevara.
Keiko Fujimori: Das krasse Gegenteil, die extreme Rechte. Ihr Vater war Praesident und spaeter Diktador, um mit voller Kraft gegen die linken Terroristen zu kaempfen. Doch da die Terroristen aussahen teilweise wie Zivilisten oder das Militaer, hat er Tausende Zivilisten umgebracht und somit wurde er vor zwei Jahren wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption zu 25 Jahren Haft verurteilt. Keiko war Kongressabgeordnete, glaenzte aber mit Fehlzeiten (nach Angaben von „Noticias“ von 400 Stunden, fehlte sie 300 !!!!). Sie spricht ebenfalls die arme Bevoelkerung an, viele feiern sie und ihren Vater. Obwohl „chino“ (Spitzname des Vaters) verantwortlich fuer die rekordverdaechtige Hyperinflation von 3000% war und alle Bevoelkerungsschichten eine sehr harte Zeit durcherlebt haben mussten, unterstuetzen ihn viele dennoch. Obwohl seine Tochter die Kandidatin ist, schreit die Bevoelkerung „Chino, Chino, Chino“. Ausserdem ist es ein offenes Geheimnis, dass sie ihren Vater aus dem Gefaengnis holen moechte.
Die Mitte representieren, die drei Herren: Pablo Kuczynski (mein persoenlicher Favorit, seine Ehefrau ist Deutsche (funny fact), seine Vorfahren sind Polen, die waehrend der Nazizeit nach Peru gefluechtet sind, er arbeitete fuer die Weltbank und hat in den USA gelebt und in vielen anderen Laendern) , Alejandro Toledo (ehemaliger Praesident), Luis Castañeda (sehr gelobter Buergermeister in Lima seit 8 Jahren). Das Problem bei der Mitte ist, dass alle drei Kandidaten mas o menos die gleichen Ideen, Ansaetze und Ideologien hatten, jedoch sich abgespalten haben. Gemeisam wuerden sie auf jeden Fall gewonnen haben, denn fuer die Oekonomie und den nachhalitige Entwicklung sind sie die beste Auswahl. Jedoch getrennt haben sie 20 % (Kuczynski), 15 % (Toledo) und 10 % (Castañeda). Die Mittel- und Oberschicht hat verloren, sowie die Zukunft Perus, die jungen Waehler, sind enttaeuscht.
Es herrscht eine tragische Situation in Peru, aengstlich blicken wir alle auf die Zukunft. Am 6. Juni 2011 gibt es eine Stichwahl, zwischen den zwei Extremen: Keiko (23 % der Stimmen) gegen Ollanta (32% der Stimmen), da es keine einheitliche Mehrheit gibt. Mein worse-case-scenario moechte ich mir nicht ausmalen, wenn eine der beiden Seite „boese“ sein wird, wenn sie verliert.
Eine Wahl "zwischen Aids und Krebs im Endstadium" – so bezeichnete der peruanische Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa das Resultat der Wahl.
Aber wie immer gilt: Vamos a ver... wir werden sehen...

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