Dienstag, 6. September 2011

Abschied nehmen

Nachdem wir ein paar wundervolle Tage im Gruenen in Villa Rica und Umgebung verbracht haben, wurde uns bewusst, wie schoen und einzigartig doch die Natur, besonders in der Selva-Dschunge, ist. Nach Gebirgen und Wuesten,in denen wir uns die letzten Wochen verbracht haben, erschien uns das satte Gruen so lebendig, pur und voller guter Energie.

Doch die Zeit eilte. Nur noch ein paar Tage bevor meine Mutter und ich abfliegen mussten.
Wir fuhren mit Socrates nach Lima. Dort verbrachten wir ebenfalls enspannte Tage shoppen, Ceviche essen und einfach nur mit bummeln.

Doch so schwer mir der Abschied fiel, und nicht nur mir, sondern auch meiner Mutter, steht ganz klar im Vordergrund alles was ich erlebt und gesehen habe in diesem Jahr-schlechte aber vor allem gute Sachen.
Peru- ein Schmelztiegel gewaltiger Natur, vielfaeltiger Kultur und Ethnien, die in Harmonie leben. Aber auch Armut und fehlende Bildung sind mir bewusst geworden, doch ich sehe sie nicht als negativ, sondern eher als Anspurn fuer mich, meine Universitaet gut abzuschliessen um von „oben“ ihnen zu helfen, da ich ein kleines Stueck der Realitaet kennengelernt habe. Ich habe all diese Menschen, die meine Wege gekreuzt haben, lieben gelernt. Mir faellt es schwer Abschied zu nehmen, aber ich weiss, dass es nicht fuer lange ist. Peru ist ein Teil von mir geworden; ich moecht es schuetzen und entwickeln und auch ein Teil dessen sein.


Ein Jahr, dass so schnell vorbeigegangen ist, bleibt in Erinnerung. Ich erinnere mich, als ich Angst hatte vor den 12 Monaten im globalen Sueden, ganz weit weg von all dem das ich kenne. Doch schon nach ein paar Wochen fuehlte ich mich geborgen, dank all der gastfreundlichen Menschen, die mich auch immer unterstuetzt haben. Ich fuehle mich dankbar, all das erlebt haben zu duerfen. Deswegen gilt mein Dank nicht nur meinen peruanischen Freunden, sondern vor allem dem DED (deutschen Entwicklungsdienst), die meine Entsendeorganisation ist. Der DED wurde am Anfang des Jahres 2010 fusioniert und in GIZ (Gesellschaft fuer internationale Zusammenarbeit) umbenannt. Mein grosser Dank gilt auch dem „weltwaerts“-Programms finanziert durch das Bundesministerium fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (kurz BMZ). Auch an DESCO (Centro de Estudios y Promoción del Desarrollo), meiner Nichtregierungsorganisation, bei der ich fuer ein Jahr lang mithelfen, mitdissuktieren, mitanpacken und vor allem mitlachen konnte. Danke an all die Institutionen und Organisationen, an all die Mitarbeiter und Helfer! Ohne euch waere es nie zustande gekommen, ohne euch wuerde ich und all die 8000 anderen weltwaerts-Freiwillige nie das erlebt haben. Ihr habt uns veraendert!

Jetzt ist die Zeit gekommen fuer mich etwas zu tun, mir Wissen anzuhaeufen, welches mir und vor allen anderen helfen wird. Doch ich lasse ein Teil meines Herzen hier mit all den lachenenden Gesichtern und froehlichen Mitmenschen, die mir jeden Tag aufs Neue begegnet sind.
Mit einem lachenenden und einen traurigen Auge... 

Adiós! No es un adiós, solo un „hasta luego“!



Samstag, 3. September 2011

Spontanitaet zahlt sich aus-Nazca und Ica


Geoglymoph: Haende
Geplant war es von Arequipa, unserem letztem Sightseeing Stopp, ueber Lima nach Villa Rica zu fahren.  Waehrend der langen Busfahrt blaetterte ich durch meinen Reisefuehrer. Meine Mutter und ich sprachen ueber all die Sehenswuerdigkeiten und Plaetze die wir gesehen haben. Ploetzlich fiel uns auf, dass wir die Nazca-Linien nicht gesehen haben, auch keine Weinhaenge und den Pazifik nicht, sowie die Stadt Ica. Auf halbem Wege, kurz vor Mitternacht, machte der Bus einen Stopp in Nazca. Kurz um entschieden wir uns auszusteigen in Ica. Schnell ins Taxi und in das naechste Hostal. Der Plan war die Linien zu sehen, dann nach Ica zu fahren, dort zu bleiben und von Ica dann weiter nach Lima. Ica ist bekannt durch die starken Erdbeben, wobei die Stadt die fast zu 100% zerstoert worden. Aber weit mehr machen Ica einzigartig: sie ist bekannt fuer seine guten Weine, der Wueste und den Islas Ballestas-sogenannte „peruanische Gallapagosinsel“. 

Geoglyph: Baum

Die Nacht war kurz, aber wir wollten so viel wie moeglich machen, aber ohne Zeit zu verschwenden. Wir wurden immer muede und es mischten sich Gefuehle von Aufregung ueber unsere Spontanitaet und Glueck noch mehr sehen zu koennen in dem vielfaeltigem Land, aber auch Traegheit und Vorfreude auf Entspannung in Villa Rica.


Eigentlich wollten wir mit einem kleinen Flugzeug ueber die Nazca-Linien fliegen. Die Geoglyphen werden so auf einer Flaeche von 500km2 gesehen. Aber als die Touranbieter uns den Preis nannten von 200 US$ pro Person fuer 20min, entschieden wir uns einen Bus per Anhalter zu nehmen, dann am Aussichtpunkt auszusteigen und einen Aussichtsturm zu erklimmen. Dabei konnten wir nur 2 von den vielen anderen Figuren sehen. Bis heute kann ich es kaum glauben, dass diese Figuren, machne von ihnen sind 100m gerade Linien, wie mit einem Lineal gezeichnet, 10 000 bis 40 000 Jahre alt sind. Von einem Sateliten werden sie sogar erfasst. Auch vor meinem Peru Aufenthalt habe ich davon gehoert, jedoch stellte ich mir die Linien als entweder sehr tief gegrabene Linien vor oder mit sehr viel Erde aufgehaeufte Linien. Was ich gesehen habe, wunderte mich sehr: Sie  sind nur wenige Zentimeter tief. Wie also haben sie 10 000 Jahre gehalten? Die Antwort scheint ebenso schier unglaublich: Es hat noch nie dort geregnet. Und eine andere Frage stellt sich mir, wie konnten die Urbevoelkerung eine Serie von gigantischen Bilder bauen, wenn sie nur aus der Vogelperspektive gesehen werden kann?


Sehr schade ist es, dass erst jetzt solche Sehenswuerdigkeiten ihren verdienten Ruhm bekommen. Leider sind sie schon zum Teil vernichtet worden, wie zum Beispiel die„Maus“, die durch die Schnellstrasse „Panamericana“ hindurchverlaeuft.

die steilen Sanhuegel erklimmen
Verzaubert von einem weiteren ungelueftetem Geheimnis geht es weiter nach Ica- wieder per Anhalter. In Ica schnappten wir uns wieder ein Taxi und fuhren in die Atacama-Wueste zu einer Oase, die sich Huacachina nennt. Ueberall, links und rechts;vor und hinter uns, gibt es nichts als Sand. Und dann wie aus dem Nichts taucht ein kleines Wasserloch auf und es blueht ringsum. Wieder einmal wird mir klar, dass Wasser Leben ist und wie kostbar es ist! In einem Hostal entspannten wir uns vor der naechtsen Aktivitaet: Sandboarding! Snowboarden nur auf Sand. Es ging mit einem Buggy ueber all die Huegel der Wueste. Wir lachten und fragten uns ob der Fahrer den Weg wieder zurueck findet, es sieht doch alles gleich aus. Was fuer ein Erlebnis folgte! Adrenalin pur, sogar meine Mutter, die sonst ein Angsthase ist, wurde angesteckt und wir legten uns auf das Board mit dem Bauch und dann ging es riesige Huegel nach unten! So einen tolles Gefuehl von Schnelligkeit und Freiheit und Gefahr in einem! Einfach genial! Definitiv unser Highlight!
 
Buggy

Pelikan
Mama und ich mit Schwimmwesten
Am naechsten Tag ging es wieder auf hochtouren los. Die Isas Ballestas sollten erstuermt werden. Mit dem Bus ging es in Richtung Pazifik. Angekommen an der Kueste fiehlen und die vielen Pelikane auf, die auf Fischfang waren. Tiere in der Freiheit zu geniessen ist ein ganz anderes Erlebnis als sie im Zoo zu besuchen.Vielen Tierarten kannte ich selber nicht, die ich gesehen habe, aber die tollste meiner Meinung nach waren: die Gruppe von Delphinen, Humboldt-Pinguine und natuerlich die zig-tausende Vogel.





Humboldt-Pinguine

Nach der Bootstour ging es zurueck zur Oase, weiter nach Ica, stiegen in den naechsten Bus in Richtung Lima ein und stiegen  4 Stunden spaeter in Lima aus. 


Seeloewe
In Lima stellte sich heraus, dass auf der Andenueberfahrt es einen Unfall gab vor 3 Tagen. Kein Auto konnte die Anden ueberkreuzen, deswegen waren alle Bustickets schon ausverkauft! Mit einem Taxi fuhren wir  von Busgesellschaft zur Busgesellschaft, ganz Lima wurde von uns durchfahren. So muede wie wir waren, wollten wir bloss nach Hause. Na gut, mein zu Hause : ). Schliesslich gab es doch noch ein Bus, der aber nachts und zu einem anderen Ort fuhr fuhr. Von dort mussten wir dann weiter mit einem Collectivo-Sammeltaxi nach Villa Rica. Schade ist nur, dass meine Mutter die wunderschoene Landschaft nicht geniessen konnte, da es dunkel war. Aber die Fahrt verzoegerte sich um so viele Stunden, dass es doch noch hell wurde als wir die Serpentinen in Richtung dem Dschungel entlang fuhren.

Endlich angekommen in Villa Rica, begruesste uns nicht nur die Sonne!

Samstag, 20. August 2011

Die Stadt des ewigen Fruehlings


Uebermuedung kommt bei uns auf, denn wir sind schon 10 Tage unterwegs, ohne wirklich Pause gemacht zu haben, immer mit Druck ein Hostel zu suchen und alles zu sehen, was es bloss zu sehen gibt. Deswegen suchen wir uns ein relative teueres Busunternehmen, welches uns direkt nach Arequpia, Peru, bringen sollte. Doch wie so oft, stimmt das nicht. Man wollte bloss wieder uns etwas verkaufen, aber na gut. Ohne groessere Probleme sind wir in Arequpia um 2 Uhr morgens angekommen (uns wurde gesagt, wir kaemen um 5 Uhr morgens an). Wir sahen unglaublich viele Leute und Touristen, etwas musste passiert sein. Ich fragte die erstbeste Person und die Frau lachte mir ins Gesicht und erzaehlte stolz, dass es der Geburtstag sei von Arequipa, der weissen Stadt Perus oder wie so oft auch gennant, die Stadt des ewigen Fruehlings. 

bunte Tracht, die zum jeden Zeitpunkt getragen wird
So ein Glueck, koennen Mama und ich ja bloss haben, nur jetzt kam ein neues Problem auf: Es gab wahrscheinlich keine Hostals oder gar Hotels mehr. Wir warteten im Busbahnhof bis es heller wurde, so leicht gesagt, aber wie schwierig es sein kann, versuchen nicht einzuschlafen und die ganze Zeit scharfsinning unser Gepaeck im Auge zu behalten. Um 5 Uhr suchten wir uns ein Taxi und klapperten 10 Hostels ab, natuerlich waren alle schon besetzt. Bloss eine „Hospedaje“ hatte ihr letztes Zimmer uns anzubieten, doch war das ein Vielbettzimmer. Arme Mutter, wo sie doch so schlecht schlafen kann! Aber das Backpackerleben ist halt hart : )

Wir legten uns noch hin und dann ging es los die Stadt zu erkunden. Doch leider sahen wir nicht viel, denn es waren bestimmt 3 Millionen Menschen allein auf der Plaza, ueberall in der Stadt gab es Umzuege und alles war in Feierlaune. 

Deswegen entschieden wir uns, die schoene Stadt erst mal Ruhen zu lassen, und fuhren zum beruehmten Colca Canon, der tiefste Canon der Welt, zufaelligerweise von Polen „entdeckt“ wurde. Na gut, entdeckt ist wieder ein schlechtest Wort, da es den Canon ja schon millionen Jahre gibt. 
Canonlandschaft
  

Frauen am Strassenrand verkaufen Souevenirs
Wunderschoene Landschaften kamen uns entgegen als wir mit dem Bus 60 km weiter in das  Landesinnere fuhren. Wieder so vielfaltig wie sich kaum ein Europaer vorstellen kann. Doch das allerschoenste und wahrscheinlich das wertvolllste waren die majestaetischen Condore. Ich konnte und kann es bis heute kaum glauben, dass die Condore ganze 18kg wiegen und eine Fluegelspannbreite von 5 m haben. Wir mussten uns beeilen, denn wir waren ein bisschen spaet dran. Wir mussten um 8 Uhr morgens genau am „Cruz del Condor“ ankommen, denn zur der Zeit, gibt es ein „Luftwechsel“ (meine Physikkenntnisse halten sich in grenzen um es mit Fachwoertern zu schmuecken) gibt. Die Kondore spielen mit der kalten Luft von der Nacht und die langsam sich erwaermenden Luft, denn sie fliegen ohne ihre schweren Fluegel zu schlagen zu muessen. Sie schweben und schweben, fast endlos, und so majestaetisch, voller Wuerde.


Kondore

Kondor im Colca Canon

Kondor im Colca Canon

Arequipa
Zurueck in der Stadt, faellt es mir schwer den Begriff der „Schoenheit“ zu definieren. Arequipa soll wunderschoen sein, so ist sie es auch. Doch wie kann man Natur mit Stadt vergleichen, beides ist schoen, doch so anders. Die Arequipenar lachen, denn sie sagen, Arequipa gehoert nicht zu Peru. Wie wahr die Worte doch mir spaeter erscheinen- Haeuserwaende weiss vom Kalkstein, spanische Gebaeude, eine sehr gepflegte Stadt, viele weisse und vor allem grosse Peruaner... Das sehenswerteste in der Stadt ist das Santa Catalina Kloster, welches voller bunter Farben mitten in der Stadt sich befindet und somit eine Stadt in einer Stadt formt.

Kloster Santa Catalina
Kloster Santa Catalina
Mama vor einer Kirche, im Kolonialstil
Wir werden langsam mueder vom vielen Reisen und jede paar Tage in einer anderen Stadt sein mit anderen klimatischen Bedigungen, einigsten wir uns, dass es ueber Lima nach Villa Rica gehen wird. Doch so vieles aendert sich in kurzer Zeit.... 

Cruz del Condor

wilde Lamas


Fortsetzung folgt...


La Paz


Nach dem Besuch des hoechstgelegenen, beschiffbaren Sees, fuhren wir gleich weiter nach La Paz, wo der  Regierungssitz Boliviens sich befindet. Nicht verwechseln Sucre ist die Hauptstadt, obwohl sich nicht einmal die Bolivianer unter sich einig sind, denn unser Guide sagte, dass La Paz die hoechstgelegene Hauptstadt der Welt sei mit seinen 3200 bis 4100 m ue. M.

Die Stadt liegt schoen, umgeben von lauter hohen Bergen drumherum, die meisten sind sogar mit Schnee bedeckt. Das Klima ist wie sonst auch in der Sierra, tagsueber heiss und nachts bitter kalt. Doch La Paz gefiel mir auf eine Art und Weise, denn es besitzte so eine tradionelle Lebensweise. Die meisten Frauen mit Roecken und Hueten, dennoch alles modern mit kuenstlichen Materialen.  Und dieser Gegensatz  lief wie eine Schnur durch La Paz. 

An einem Nachmittag machten wir einen Ausflug in das „Valle de la Luna“, also auf deutsch „das Mondtal“. Wie schoen ist es doch inmitten eines fuerchterlichen, staedtischen Chaos ein Stueck Natur zu entdecken. Die Landschaft gewehrt seinem Namen Achtung, denn genau so oder jedenfalls aehnlich stelle ich mir die Mondlandschaft vor. 

Zu dem kleinen Teil Boliviens welches ich gesehen habe, spuerte ich die Treue der Bolivianer fuer ihr Land-ohne Meerzugang, immer im Streit mit Chile und Argentinien, und als eines der aermsten Laender Suedamerikas. Dieser Gegensatz zwischen Arm und Reich ist allgegenwaertig, doch eins bleibt bei allen sozialen Schichten gleich, die Liebe zum Heimatland.

Stromkabel

Valle de la Luna

Jugeria- Saftladen

Stadtbild von La Paz


Plaza de Armas mit Blaskapelle


Mama wie immer beim Essen :P

Wer moechte Brot kaufen?

...und weiter gehts....


Montag, 15. August 2011

Die Jagd auf Superlativen: Der hoechst gelegene segelbarer See


Von Cuzco ging unsere Reise in das noch kaeltere, kargere und hoehergelegene Puno (3800 m ue.M.).
Angekommen in Puno planten wir sofort am Morgen eine Tour auf die schwimmenden Insel. Ich habe schon vor sehr langer Zeit einen Bericht im deutschen Fernsehen darueber gesehen, doch wer haette damals geglaubt, ich waere in irgendeinem Moment meines Lebens wirklich dort? Ich jedenfalls nicht, aber wie so oft, ueberrascht uns das Leben.
Mama und ich mit der peruanischen Flagge

Die schwimmenden Inseln sind von den Uros Ureinwohnern bewohnt und auch erbaunt, da sie vor vielen vielen Jahrtausenden vom Festland fluechten mussten. Somit fluechteten sie auf den Titicacasee und erbauten sich aus Schilf ihre Inseln, die 5 m tief sind und schwimmen; Huetten und Boote. Der Titicacasee ist 15 mal groesser als der Bodensee und zu 60 % gehoert es zu Peru und zu 40 % Bolivien.


Die Uros- Inseln sind unglaublich touristisch, sogar zu sehr. Alles scheint auf „Show“ gemacht und getrimmt. Das Klatschen und Singen fuer die Touristen, das „Schilf-Vorzeige-Essen“ und sowieso alles drum herum. Aber trotzdem ist es schoen, etwas so voellig fremndes und neuartiges zu sehen und wie „gut“ es ihnen geht mit den wenigen Ressourcen die sie zur Verfuegung haben. Zwar sagt der Uros-Bewohner, zu dem wir ins die Huette eingeladen worden sind, um etwas zu kaufen, dass es bitter kalt wird, vor allem wenn es nicht regnet. Er meint, dass die Wolkendecke hilft, die Luft weniger abzukuehlen, als wenn sternenklarer Himmel waere.
Taquile
Weiter gings auf die Insel Taquile. Die Kultur der Quechua-sprechenden Urbevoelkerung ist sogar gewuerdigt im UNESCO Weltkulturenerbe, denn.... die Maenner stricken und die Frauen gehen auf die Felder. Dies ist doch das beste Beispiel, dass unsere heutiges Weltbild nur von Kultur aus uns gepraegt wurde. Ich wurde sogar vor dem Mittagessen gebeten zu tanzen, aber das war wahrscheinlich auch nur so eine Touristenmasche : )

Und hier kommen die schoenen Fotos:

Boot aus Schilf

Alltag auf Uros

Die Uros-Frauen
kleines Maedchen auf Taquile
Kinder auf Taquile, Blick auf den Titicacasee



Auf der bolivianischen Seite des Titicacasees im Doerfchen Copacobana, bekamen wir ein sehr kuenstlerischen und fast hippiehaftes Touristendorf zu sehen. Von der aus planten wir eine Tour auf die Sonneninsel, die besonders wichtig fuer die Geschichte der Inka ist. Denn der Legende nach sollte der Sonnengott Inti seine Kinder, den ersten Inka Manco Capac und seine Frau Mama Ocllo, auf einem Felsen der Isla del Sol zur Erde gelassen haben. Somit spielt die Isla del Sol in der Mythologie der Inka eine sehr große Rolle.

Doch da das laufen besonders schwierig war auf der extremen Hoehe (ueber 4000 m ue. M.), schauten wir uns es bloss gemuetlich an. Die hoechsten Gipfel auf dem bolivianschen Festland sahen einfach zum Greifen nahe aus, obwohl sie ein bisschen weniger als 7000 m liegt. So unglaublich hoch waren wir, und genau so fuehlten wir uns elend. Der Sauerstoffmangel macht uns muede, schlaff und uebel.  Doch lohnend war es zu sehen, den Titicacasee, der uns erscheint, als wenn es ein Meer waere mit seinen 194 km Laenge und 65 km Breite und seiner maximalen Tiefe von 281 m. Unbeschreiblich ist, wie Menschen unter diesen harschen Bedingungen leben und einfach zufrieden sind. 

Mein Fazit ist, dass ich einfach nicht genug von Peru haben kann. So ein fasznierendes Land, so artenreich und so vielfaltig! Mal sehen, was als naechstes kommt. Ich bin mal gespannt, und wie sieht es bei euch aus?

Traditioneller Umzug in Puno
Unser Micro nach La Paz





Montag, 8. August 2011

Inka- so ausergewohnlich, faszinierend, lebendig und tot zugleich


Cuzco und seine Umgebung waren wunderschoen, sehr historisch und voller Touristen. Da wir so viel sehen wollten in kurzer Zeit wie es nur ging, planten wir Touren:

- Sacsayhuaman, Tambomachay, Kenko, Puca-Pucara
-Das Heilige Tal, Urumba, Ollantaytambo, Pisac
-Machu Picchu

Perfekte Meisterarbeit

Mama und ich mit der Inka-Fahne in Pisac

Sacsayhuaman
 Fotos koennen machmal viel mehr ausdruecken als Worte, vor allem wenn schon eine gewisse Zeit verflogen ist.

Aber eins muss ich mit euch teilen:

Inka- so ausergewohnlich, faszinierend, lebendig und tot zugleich.  Wie haben sie es geschafft, Steine zu schneiden ohne Eisen? Wie haben sie es geschafft Steine, Felsbrocken ganze 100 km rauf und runter die Anden zu tragen, sie perfekt zuzuschneiden, zu polieren und zusammenzuformen? Ich bewundere sie! Ganz Peru bewundert sie und ganz zurecht! 

steile Terassen beim Machu Picchu
Die einzigartige Technologien, die bis heute nicht bewiesen sind. Bis heute sind Fragen ungeklaert geblieben: Wie konnte man die Steine so polieren, so samt wie richtige Seide? Wissenschaftler sagen nur mit Diamanten wuerde man es schaffen. Doch es gibt und gab keine Diamanten in Peru. Kanalsysteme, Ab- und Bewaesserung, Klaeranlangen, Terassenbauten etc. Kaum zu glauben doch war, ist, dass es im heutigen Peru, doch sehr weit technischen Fortschritt, WENIGER Landwirtschaft gibt als zum Inkareich! Ich frage mich, welcher europaeische Bauer, wuerde auf winizgen, schwer erreichbaren 9 m2 etwas anbauen? 

Das Terassensystem fasziniert mich auch einfach zu sehr, um es nicht mit euch zuteilen. Die unterste Schicht besteht aus relative grossen Felssteinen, die 2 und somit mittlere Schicht besteht aus Sand und die oberste und somit letzte Schicht aus fruchtbarer Erde. Somit wenn die Regenzeit anfaengt (aehnliche Zustaende wie in der Selva, Fotos/Berichte von Dezember bis Maerz anschauen), nicht alles weggespuelt wird, sondern gut gefiltert am Bergabhang wieder gelangt. Ein ingenieurhaftes Wunder, wenn nicht sogar Weltwunder!

Perfekt-ohne Meisel,Moertel und Eisen

          Vor Cuzco- eine Mauer, diese Steine wurden 50km getragen

Machu Picchu- eines der 7 neuen natuerlichen Weltwunder!

Eins ist klar und unbestritten: Zurecht hat Machu Picchu den Titel erhalten. Mein persoenlichen Highlight des ganzen Jahres, welches nochmal das ganze Phenomen „Peru“ zusammenfasst.  Um 2 Uhr morgens aufgestanden, eine schrecklich lange und schwierige Fahrt nach Ollantaytambo ( 2 mal mit Collective-Taxi durch die Huegel, Spitzen und Gletscher), dann weiter mit dem Zug nach Aguas Calientes. Es waren sogar Minus-grade nachts, mittags ueber 40 oder sogar mehr grad in der Sonne auf 5000 bis 2500 m ue. M. Von Auguas Calientes, welches schon zum Dschungel oder Nebelwald Mikroklima gezaehlen werden kann, spaeter dann mit dem Bus zum Machu Picchu. Doch all das hat sich gelohnt. Das unberuehrte Stueck Wunder, verschont von den brutalen Spaniern bei der Kolonialisierung. Ruhm hat durch den Amerikanischen Wissenschaftler vor genau 100 Jahre bekommen, als fuer einen Doller ein kleiner Dorfjunge dem Amerikaner dieses Wunder gezeigt hatte. Die Tatsache, dass bis heute nichts ueber Machu Picchu bewiesen werden kann, entzueckt mich. Wie viel Arbeit, Zeit und Disziplin die Inka in die vielen Bauten investiert haben, laesst ein bleibendes Gefuehl von Faszination in meinem Herzen.

Natuerliches Faerben
Weberin
Pisac- Terassen

Cuzco- traditionelle Taenze
Cuzco- Plaza de Armas