Von Cuzco ging unsere Reise in das noch kaeltere, kargere und hoehergelegene Puno (3800 m ue.M.).
Angekommen in Puno planten wir sofort am Morgen eine Tour auf die schwimmenden Insel. Ich habe schon vor sehr langer Zeit einen Bericht im deutschen Fernsehen darueber gesehen, doch wer haette damals geglaubt, ich waere in irgendeinem Moment meines Lebens wirklich dort? Ich jedenfalls nicht, aber wie so oft, ueberrascht uns das Leben.
| Mama und ich mit der peruanischen Flagge |
Die schwimmenden Inseln sind von den Uros Ureinwohnern bewohnt und auch erbaunt, da sie vor vielen vielen Jahrtausenden vom Festland fluechten mussten. Somit fluechteten sie auf den Titicacasee und erbauten sich aus Schilf ihre Inseln, die 5 m tief sind und schwimmen; Huetten und Boote. Der Titicacasee ist 15 mal groesser als der Bodensee und zu 60 % gehoert es zu Peru und zu 40 % Bolivien.
Die Uros- Inseln sind unglaublich touristisch, sogar zu sehr. Alles scheint auf „Show“ gemacht und getrimmt. Das Klatschen und Singen fuer die Touristen, das „Schilf-Vorzeige-Essen“ und sowieso alles drum herum. Aber trotzdem ist es schoen, etwas so voellig fremndes und neuartiges zu sehen und wie „gut“ es ihnen geht mit den wenigen Ressourcen die sie zur Verfuegung haben. Zwar sagt der Uros-Bewohner, zu dem wir ins die Huette eingeladen worden sind, um etwas zu kaufen, dass es bitter kalt wird, vor allem wenn es nicht regnet. Er meint, dass die Wolkendecke hilft, die Luft weniger abzukuehlen, als wenn sternenklarer Himmel waere.
| Taquile |
Weiter gings auf die Insel Taquile. Die Kultur der Quechua-sprechenden Urbevoelkerung ist sogar gewuerdigt im UNESCO Weltkulturenerbe, denn.... die Maenner stricken und die Frauen gehen auf die Felder. Dies ist doch das beste Beispiel, dass unsere heutiges Weltbild nur von Kultur aus uns gepraegt wurde. Ich wurde sogar vor dem Mittagessen gebeten zu tanzen, aber das war wahrscheinlich auch nur so eine Touristenmasche : )
Und hier kommen die schoenen Fotos:
| Boot aus Schilf |
| Alltag auf Uros |
| Die Uros-Frauen |
| kleines Maedchen auf Taquile |
| Kinder auf Taquile, Blick auf den Titicacasee |
Auf der bolivianischen Seite des Titicacasees im Doerfchen Copacobana, bekamen wir ein sehr kuenstlerischen und fast hippiehaftes Touristendorf zu sehen. Von der aus planten wir eine Tour auf die Sonneninsel, die besonders wichtig fuer die Geschichte der Inka ist. Denn der Legende nach sollte der Sonnengott Inti seine Kinder, den ersten Inka Manco Capac und seine Frau Mama Ocllo, auf einem Felsen der Isla del Sol zur Erde gelassen haben. Somit spielt die Isla del Sol in der Mythologie der Inka eine sehr große Rolle.
Doch da das laufen besonders schwierig war auf der extremen Hoehe (ueber 4000 m ue. M.), schauten wir uns es bloss gemuetlich an. Die hoechsten Gipfel auf dem bolivianschen Festland sahen einfach zum Greifen nahe aus, obwohl sie ein bisschen weniger als 7000 m liegt. So unglaublich hoch waren wir, und genau so fuehlten wir uns elend. Der Sauerstoffmangel macht uns muede, schlaff und uebel. Doch lohnend war es zu sehen, den Titicacasee, der uns erscheint, als wenn es ein Meer waere mit seinen 194 km Laenge und 65 km Breite und seiner maximalen Tiefe von 281 m. Unbeschreiblich ist, wie Menschen unter diesen harschen Bedingungen leben und einfach zufrieden sind.
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