Unsere abenterliche Reise beginnt. Von Lima sollte es direkt, ohne Umwege, nach Cuzco gehen. Doch das Schicksal wollte es wohl anders. Als der Bus des bekannten Transportunternehmens um punkt 14 Uhr losfahren sollte, wurde uns mitgeteilt, dass der Bus elektronische Probleme haette. Mit peruanischer Gelassenheit warteten wir 3 Stunden bis es losging. Besser 3 Stunden im civilizierten Lima zu warten, als ploetzlich mitten in den Anden, zwischen den hoehsten Bergen Suedamerikas und der Welt stehenzu bleiben. Die Fahrt sollte uns ueber die Panamericana Sur via Ica, Nazca, Ayacucho nach Cuzco bringen in 27 Studen. Da wir verspaetet losfuhren, kamen wir am ersten Stop in Ica in der Nacht an. Ein paar Reisegaeste stiegen noch mit ein und weitergehts. Ploetzlichen merkten wir Passagiere bloss, dass es ein bisschen holprieger wurde. Wir dachten uns nichts; keiner schaute aus dem Fenster. Als der Bus wenden wollte, wurden wir erst aufmerksam. Auf der Panamericana wenden? Das ist doch komisch, gar verdaechtlich. Der Bus samt 50 Passagieren war auf einer Sandpiste mitten in einem kleinem, dreckigen Stadtteil Icas. Die Gasse war bloss 8m breit, und der Bus versuchte zu wenden. Ploetzlich ging der Motor aus. Doch keinerlei weitere Versuche den Motor anzuzuenden wurden ausgefuehrt. Die Stewardess oder wie die nette, junge Dame genannt wird, die fuer die Bequemlichkeit der Passagiere zustaendig ist, wurde nervoes und ging nach vorn zum Fahrer. Ich fragte sie, was denn los sei.
 |
| in den hohen Anden |
Von der Panamericana abzuweichen ist so untypisch, da sie auch die einzige geteerte und beschilderte Strasse ist. Ausserdem war es schon spaet in der Nacht, es koennte sehr gefaehrlich werden. Meine Mutter blieb ruhig, doch ich erkannte die Situation und wurde nervoes, so wie alle anderen Peruaner an Bord. Ein Peruaner fragte die Stewardess und bekam eine andere Antwort als ich: „ Wir wechseln bloss den Fahrer.“ Zu mir sagte sie, es stimme etwas nicht mit dem Motor. Dieser Gedankenwechsel erfolgte bloss nach einem Marsch durch 8 Sitzreihen. Wie konnten wir den Fahrer wechseln, wir seien doch bloss 4 Stunden gefahren? Und wieso spuerten wir nichts vom Motor, wenn er doch genau im hinteren Bereich des Buses sich befand?
Ploetzlich sahen wir aus dem einen Polizisten, der mit einem Motorrad war. Er holte seine Waffe aus und schoss in die Luft. Die Bevoelkerung in den Hausreihen kam stauenden an um zu schauen was los sei. Jugendliche filmten uns im Bus mit ihren Handys. Die Tuer war abgeschlossen vom Bus, wir konnten weder rein noch raus. Nach ein paar Minuten kamen mehr und mehr Polizisten. Spaeter kam sogar die Presse und filmte uns von aussen, als waeren wir im Zoo. Wir verstanden nichts, der Schock und die Verzweiflung gross. Mama war immer noch ruhig. Dann endlich wurde die Tuer aufgemacht und 2 Polizisten kamen rein und ueberprueften die Passagierliste mit unseren Paessen. Als ich an der Reihe war, schaute der Polizist mich an und wurde recht ernst. „Wie konnte ich denn bloss nichts merken, wieso habe ich die Polizei nicht sofort informiert?“. Ich verstand beim besten Willen nicht, was ich denn falsch gemacht haette. Dann erklaerte mir der Polizist, dass ich mit einem „diplomaten Visum“ doch bescheid gewusst haben muss. Er erklaerte uns in Spanisch, was ich dann wiederrum den Touristen in Englisch uebersetzt habe, dass wir uns in dem allerschrecklichsten und gefaehrlichstem Viertel Suedperus und befinden. Die Bevoelkerung habe die Polizei informiert, dass ein Bus ueberfallen wurde in der und der Strasse. (Nicht einmal beim brennlichtsem Vorfall, wuerde die Polizei etwas machen, so die allgemeinen Aussagen ueber die peruanische Polizei, „sie seien noch viel krimineller aus die Kriminellen“.) Zum Glueck wurden wir noch nicht Ueberfallen, aber standen wahrscheinlich kurz davor. Mit Erpressung etc., wuerde uns bestimmt die Touristen bestimmt gut bestechen koennen.
 |
| Landschaft um Cajamarca |
Nach ein paar weiteren Stunden im, bzw. vor dem Polizeikomisseriat, wo sogar der Buegermeister und sowieso alle „wichtigeren“ Persoenlichkeiten aufkreuzten, stellte sich herraus, dass der Busfahrer „neu“ sei und sich verfahren haette.... Waer es glaubt... Wie kann man von der EINZIGEN geteerten Strasse abweichen, die nur gerade aus faehrt, in eine Sandpiste, in ein Wohngebiet, dass einem Ghetto aenelt, reinfahren? Na gut... Lassen wir das Thema. Das wichtigste ist, wir sind in Cuzco nach vielen Stunden Verspaetung heil angekommen. Mama wurde Reisekrank auf ueber 5000 m Hoehe und Serpentienen und Abgruenden in 500 m einfach abbrechen...
Heil und gesund angekommen, mit wenig Sauerstoff im Blut, da Cuzco immer noch auf 3600 m ueber dem Meerespiegel liegt, schauten wir uns um fuer guenstige Hostals und gingen sofort los um die angeblich schoenste Stadt Perus zu erkunden!
Viva Peru! Mit oder ohne Abenteuern : )