Dienstag, 24. Mai 2011

Ueber Hoehenkrankeiten und Lamas


Nach Metropolen, riesigen Wasserfaellen, bunten Bergen, nach Weingebieten und Wuesten bin ich auf meiner Reise in einer Hafenstadt names Arica in der noerdlichsten Chiles angekommen. 

Hier ist der Grenzuebergang nach Peru und bald wuerde ich schon wieder zurueck in der Selva Central ankommen, aber noch ein Abenteuer fehlt. Naemlich der Nationalpark Lauca.

Am Sonntag ging es in einem Bus voller Hollender, Chilener, Spanier und Perunaner und einer Deutschen von 0m ueber dem Meeresspiegel auf ganze 5500m. Wir fuhren viele, viele Stunden auf der Landstrasse die von Arica ueber den Nationalpark nach Bolivien fuehrt. Da Bolivien keinen Meerzugang hat (derzeit gibt es sehr viel Streit und Diskussionen ueber diesen Zustand), verkehren taeglich Millionen von LKWs auf der Strasse.

Mit Kokablaettern ausgeruestet ging die Fahrt wieder einmal frueh morgens los. Wir hielten ein paar Male an um Inkamalungen auf den Huegeln der Wueste zu sehen (Wueste gibt es ueberall), kleine Kirchen und alte Friefhoefe zu besuchen. Eine Freundin, die ich aus Arica kenne, hat mir schon einmal ueber das Phenomen Hoehenkrankheit berichtet. Sie hat die Theorie, dass Europaer generell nicht krank werden in der Hoehe. Sie fragte mich ob wir an die Hoehe gewoehnt sind, denn ganz Europa wuerde ja auf Bergen liegen. Ich erinnere mich bloss schwach auf welcher Hoehe Berlin liegt, aber Norddeutschland ist Fachland in Superlativen, Holland hat sogar Depressionen! Auf 3000m ueber dem Meerespiegel wurden die ersten schon schlaefrig. Auf den Seen im altiplano, also ueber der Baumgrenze, hatten machne Chilener und Peruaner so wenig Sauerstoff im Gehirn, dass sie gezwungenermassen eingeschlafen sind. Machne haben gespuckt und andere mussten die Oxygenmasken aus dem Bus benutzten. Meine Freunde aus Holland, Spanien und ich selber fuehlten uns sogar auf 5500m ganz normal.  Natuerlich fiehl es schwer bergauf zu laufen oder zu springen, ich spuerte bloss einen leichten Druck auf meinem Kopf.

Die Landschaften, die Seen und die vielen Lamas, Alpacas und Vacunas waren so schoen, sodass es unmoeglich ist die passenden oder respektvollen Worte zu finden. Ich lasse Fotos sprechen.










Freitag, 20. Mai 2011

Die Wueste ruft

Die Wueste rief mich- und somit gings weiter fuer mich. Von Santiago gings noch ein paar Stunden durch Weingebiete mit dem Bus, aber nach knapp 1 oder 2 Stunden war alles vorbei... Kein gruen mehr weit und breit zu sehen, nur noch die trockenste Wueste der Welt, die Atacamawueste. Unglaublich langgestreckt, so viele unglaublich viele Kilometer wurde nichts gesehen ausser Sandkoerner. Nicht einmal Fliegen, Muecken, Spinnen oder jedliche andere Lebewesen wurden in den knapp 24 Stunden gesehen, die ich im Bus verbracht habe. Kein Leben, denn zum Leben wird Wasser gebraucht. Landsleute sagen, dass nur jede 10 bzw 20 Jahre Regen faellt. Aber auch kein Regen so wie in der Selva, es nieselt bloss ein bisschen. Aber dann blueht die Wueste auf, ich habe bloss Bilder gesehen, aber ich stelle mir es unglaublich vor, und vor allem wie gesegnet man sein muss um genau in dieser Zeit in der Atacamawueste zu sein.

Angekommen in San Pedro de Atacama, war ich froh als Hostels sich angeboten haben in Form von Promotern im Busbahnhof. Wasser, Lebensmittel und Hostels sollten teuer sein, so wurde mir das gesagt, denn weit und breit gab es ja nichts.


Am naechsten Morgen hatte ich eine Tour gebucht. Um erlich zu sein wusste ich nicht recht was mich erwarten wuerde. Und somit wurde ich natuerlich positiv ueberrascht und es war die beste Tour, die ich in San Pedro gemacht habe. Zuerst ging es zu drei Salzseen, die unglaublich kalt waren. Keiner weiss wie tief diese 10-15m breiten Seen oder eher gesagt Loecher sind. Darwin hatte sogar versucht sie zu ermessen, aber vergeblich. Man ist auf 80m gestossen, aber es geht noch viel viel tiefer. Der Salzgehalt war 3 mal so hoch wie im Meer, deswegen schwebte man im Wasser,unmoeglich zu ertrinken aber auch zu schwimmen. Weiter gings in 2km entfehrnte Seen bzw. Loecher, sie komischerweise extakt gleich gross sind,vom All sehen sie aus wie Augen. Die Loecher haben Suesswasser, welches aber relativ salzig ist. Das aussergewoehnliche ist, dass die unterschiedlichen Loecher untererdisch miteinander verbunden sind, aber wie kamen sie zu Stande und wieso sind die einen Suesswasser und die anderen Salzwasser?


Weiter gings in ein Tal, una Valle. Da fliesst ganzjaehrig ein kleiner Fluss, der vielleicht 30cm tief und 50 cm breit ist. Aber was fuer eine Vegetation dort herrscht im Umkreis von 5km von dem Fluss. Die kleinen Bauern haben winzge Parzellen, die sie sehr auf gerinsgte nuetzen und Obst oder Gemuese anbauen. Faszinierend war es zu sehen, was es bedeutet Wasser zu haben und wie ich, jetzt in der Selva lebend, es fuer selbstverstaendlich ansah, dass Wasser die ganze Zeit fliesst, da es zum natuerlichen Kreislauf gehoert.


Und dann kam der Teil der mich am meisten fasziniert hat. Ich habe Schwaerme von Flamingos ueber meinem Koepfen fliegen gesehen! Traumhaft! Nicht nur, dass diese wunderbaren, grazielen Tierchen mit ihrem rosanden Kleid zu meinen Lieblingen gehoeren, sondern ich sah sie in ihre natuerlichen Laufbahn, wie und wo sie leben, was sie essen. Beim Sonnenuntergang sassen wir, meine neu gewonnen Freunde und ich, im Salz am Seerufer und schwiegen.


Am naechsten Tag ging es gleich weiter um 4 Uhr in der Morgendaemmerung. Die Wueste ist ein Phaenomen, das schwer zu begreifen ist. Tagsueber schwuehl heiss mit 30 Grad, wo man Schatten braucht und sucht. In der Nacht kuehlt es bis zu Minusgraden ab. Die Tour sollte uns zu den Geyser fuehren auf 4300m ueber dem Meeresspiegel. Keine Eiweissprodukte und Kohlenhydrate durften wir zu uns nehmen am Abend und Morgen. Zuerst lachte ich, aber dann verstand ich es. So frueh morgens, war es dunkel wie ich es selten gesehen habe. Der Mond versteckte sich hinter den Vulkanen der Anden. Um 6 Uhr war es heller, die Sonne zeigte sich aber nicht bis 8 Uhr. Die Kaelte war bedrueckend bei minus 15 Grad. Meine Haende und Lippen waren blaeulich und ich konnte mich einfach nicht mehr daran erinnern, wie es sich anfuehlt bei -25 Grad in den polnischen Wintern. Da ich schon Geyser gesehen habe, war es nichts neues fuer mich, aber doch war es schoen. So stelle ich mir die Landschaft auf dem Mars vor, wie ich sie dort vorgefunden habe. Sobald die Sonne hinter der Gebirgkette hervorgeblickt hatte, waermte sich der ganze Koerper auf. Anschliessend ging es zum Baden in die kochend heissen Quellen.




Am Nachmittag fuhr ich noch in das Valle de la Luna und Valle de la Muerta, welches auch sehr schoen war im Sonnenuntergang.


Am naechsten Tag wollte ich allein weiterreisen ueber Calama nach Arica. Aber meine neuen Freunde aus Chile und Spanien dachten sie wuerden mir einen Gefallen tun, wenn sie mich begleiten wuerden. Also ging es weiter mit der lustigen Truppe. In Calama habe ich ein Gefaengnis besucht. Die Chilenen haben ein sehr besonderes Verhaeltnis zu Peruanern, Bolivianern und Argentiniern. Mir scheint es als wenn Chile streitsuechtig waere, denn nie sei es deren Schuld, sondern immer der Nachbarlaender. Sie haben sogar einen Konflikt mit deren Indigen im Sueden von Chile. Im Gefaengis wimmelt es bloss von Peruanern und Bolivianern, die Drogen rein in das Land geschmuggelt haben auf der Suche nach schnellem Geld, auf der Flucht von der Armut. 10 Tage und Naechte sind diese Herden von Menschen durch die Anden, durch die Wueste durchgewandert. Bewunderswert, aber doch illegal. Da sich kaum etwas in der Wueste bewegt was Leben angeht, zeigen die Helikopter mit Infrarotausruestung fast alle warmen Koerper, die illegal Kokainpaste reinschuggeln.

Das Gefaengis war erschreckend. Ich habe einen netten, aelteren Herren im Bus von Santiago kennengelernt, der dort Krankenpfleger ist. Er hatte mich eingeladen ein Gefaegnis von innen zu sehen. Ich sagte zu, ohne zu wissen, wie sehr es mich mitnehmen wuerde. Es gibt bloss 170 Plaetze bzw. Betten. Zur Zeit befinden sich aber 700 Gefangene unter unmenschlichen Bedingungen in dem Gefaegnis. Auf 2 x 4 m Raum schlafen bis zu 15 Menschen, geplant waren 8. Toilette und Kueche befindet sich ebenfalls auf dem kleinsten Raum. Gewalt und Aggresion steht auf der Tagesordung. Der Geruch der an einem haften bleibt ist wiederlich. Die Waerter sagen, dass es der Geruch vom Teufel ist. Sie erzaehlten mir, dass sie jede Nacht Geister und komische Dinge sehen. Sie sagen, dass sie den Teufel jede Nacht ins Gesicht sehen. Die Waerter wollten mir zeigen, wie wichtig ihre Arbeit ist und wie gut sie es machen, stolz Gefaegniswaerter zu sein. Ich ging in die verschiedenen Gassen, fuehlte mich wie im Zoobesuch, beaeugend die Menschen hinter den kleinen Gittern. Abgegrenzt waren die Chilenen, Homosexuellen, Frauen, Evangelisten, Vergewaltiger/Moerder und die Auslaender. Die Waerter lachten, denn sie meinten ich saehe blass aus, als wenn ich krank waere. Sie fragten ob mich das berueht, wie ich es finde und alles... ich war sprachlos.... Als ich rausging, uebergab ich mich. Das erste Mal in meinem Leben war ich geschockt, so tief beruehrt, sodass ich aus Emotionen mich uebergeben habe. Nach paar Minuten ging es weiter mit dem Bus nach Arica. Der Geruch der Gefaengiszelle, der Geruch von Vekalien, Suppe, Schweiss, Schmutz und Muell haftete an mir. Meine Gedanken verbesserten sich nicht, denn im Bus zeigten sie einen Film ueber die schlimmsten Gefaegnisse der Welt... eines davon in Peru und Mexico, wo die Verhaeltnisse 1000mal schlimmer waren.

Der kurze Stopp in der Wueste war vieles. Bis heute erinnere ich mich mit Respekt an die Naturgewalt und Menschgewalt.

Montag, 9. Mai 2011

Ueber die Anden nach Chile

Der sowohl geplante als auch spontane Stopp in Mendoza, war doch sehr kurz. Nach Salta, Argentinien wusste ich erstmal nicht was ich machen soll. Cordoba habe ich uebersprungen und nun wusste ich nicht ob ich die kleine Stadt im Hintergrund der Anden besuchen soll. Ich entschloss mich doch dazu, denn in nur 8 Stunden waere ich von dort in Santiago de Chile.



Angekommen in Mendoza, ging ich erstmal zur Touristeninformation. Hoeflich und nett erklaert, merkte ich, dass mich eine Sehenswuerdeigkeit interessieren wuerde, naehmlich die "Alta Montaña". Die wuerde ich aber ohnehin beim Ueberqueren der Grenze nach Chile sehen. Also  entschlossen kaufte ich mir das naechste Ticket nach Santiago de Chile. Mit schnellen Schritten schritt ich das Staedtchen um in den zwei Stunden so viel wie moeglich zu sehen. Ich liebte die Kleinstadtatmosphere mit vielen Stunden und Cafes, sowie Alleen mit grossen Baeumen, die Schatten spendeten in der Mittagshitze. Mendoza ist bekannt fuer den Wein, denn mit ueber 70 % des Weines aus Argentinien wird in der Cuyo-Region produziert.

Nach dem Tausch von Argentininschen Pesos in Chilenische, einem kleinen Snack und viel Schweiss, setzte ich mich in den Bus um von der Postkartenstadt Mendoza (im Hintergrund die grossen Berge der Anden) in die Postkartenstadt auf der gegenueberliegenden Seite der Anden zu fahren.

Die Zeit wollte nicht vergehen, die Schnellstrasse schleichte um Kurven und Kurven. Nach 4 Stunden und vielen Metern ueber dem Meerespiegeln fuhr der Bus in einen sehr langen Tunnel rein und raus kamen wir auf der Chilenischen Seite der Anden. Der Grenzuebergang war sehr langwirig und schwierig. Alle Sachen mussten rausgenommen und verzollt werden. Lebensmittel, Holz und Tierprodukte waren strengst verboten. So eine harsche Kontrolle hatte ich in Suedamerika bisher noch nicht, und  das noch in eisiger Kaelte auf 4000 oder 5000m ueber dem Meeresspiegel.

Die Fahrt in Richtung Westen ging schnell vorbei. Eine Stunde fuhr der Bus nur Serpentinen bis wir schnell auf nur wenigen Metern ueber dem Meeresspiegel uns befanden.

In Santiago krank angekommen, wegen der Klimaanlange in den sowieso schon kalten Anden, legte ich mich nur noch ins Bett und schlief. Am naechsten Tag machten sich Ramon, ein alter Freund aus Amerika bei dem ich gerade wohne in Santiago, auf in die Stadt. Bedrueckend kalt und neblig war es und ganz ungemuetlich in winterlichen Stadt, Ich weiss auch nicht, ob mir die Stadt deswegen nicht gefallen hat, wegen dem ekligen Wetter oder vielleicht aufgrund meiner Mandelentzuedung und Fieber. Nachdem wir die Stadt von oben (mit dem Teleferico) und unten gesehen haben, war ich noch ueberzeugter, dass die Stadt nichts fuer mich ist. Mit meiner gelben Jacke und mit meinem roten Schal viel ich auf der Strasse auf, denn alle Leute trugen schwarze Kleidung. Die Gesichter sahen steif aus und ich war zwischenzeitlich verwirrt, wo ich denn sei. Denn dieses Bild war mir bisher unbekannt in Suedamerika. Mein amerikanischer Freund stimmte mit mir ueberein, dass diese Stadt doch sehr kalt und egoistisch ist.

Ein Highlight war der gestrige Tag als wir nach Valparaiso gefahren sind, in die Hafenstadt, die rund 130km entfehrnt ist. Sehr kuenstlerisch und runtergekommen, hatte aber sehr viel Charm. Die Stadt gehoert auch zu UNESCO Weltkulturerbe. Die vielen Strassenkuenstler verweigten sich in den Strassen von Valpo mit Grafitti. Viele Strassenmaerkte und Lifemusik und die 14 aus dem 19.Jahrhundert stammenden deutsche und englische Aufzuege, haben mein Herz gewonnen. Ausserdem die Strassenhunde. Die Chilener lieben einfach Hunde, auch wenn sie auf der Strasse leben, streicheln sie sie und geniessen zusammen den completo oder einfach nur Hot Dog gennant. Der eine Hund, der mein Herz gestohlen hat, verfolgte mich ganze 3 Stunden und bellte jede Person an, die sich mit naeherte. 







In der Nacht fuhren wir nach Viña del Mar, eine Stadt 5 min entfehrnt von Valparaiso, und wir waren mal wieder in einer ganz anderen Wirklichkeit. Nach dem kalten Santiago, in das aermere aber verrueckte Valparaiso, in das supersnobbische Viña... und das alles liegt nur ein paar Kilometer voneinander. Viña del Mar ist ein exclusiver Strandort mit Goldplaezten und vielen Gartenanlangen.
Zurueck in Valpo, warteten wir auf den Bus, der uns zurueck nach Santiago bringen wuerde. Wir setzten uns in den Park. Eine Band spielte Cumbia-Musik und eine Frau mit Kruecken tanzte. Es gesellten sich viele Obdachlose und Betrunkene hinzu. Hunde jaulten und Kuenstler kifften. Das ist doch mein Valparaiso. Lachend sahen Ramon und ich uns das ganze Spektakel zum Muttertag fuer Einsame an.

Dienstag, 3. Mai 2011

Die bunten Berge von Jujuy

Wieder in der Extreme angekommen im Nordwesten Argentiniens, nachdem wir einen Nachmittag im super chaotischen Grenzuebergang vpn Paraguay und Brasilien verbracht haben. Paraguay erinnerte mich zu sehr an Peru, Socrates war froh wieder etwas von "seiner tierra" (Heimat) zu haben... Reis und Huehnchen :D Aber auch das chaotische Gedraengel und Verkaufsstaende ueberall. Die Verkaeufer, die ihre 5 Paar Socken und einen USB-Stick auf der Strasse in die Haende druechen, damit wir es ihnen abkaufen. Ein Hin und Her, das sogar Peru uebertrifft. Die Preise aber zum Glueck niedrig, aber dafuer die Zahl der Strassenkinder und die Zahl der informellen Recylcer, die Muell von den Strassen sammeln.

Dann ging es in die Natur. Nach den paar Tagen in der sich schnell drehenden Hauptstadt, den maechtigen Wasserfaellen, sind wir jetzt in den stillen, ruhigen Anden angekommen, im kleinen Staedchen namens Salta. In der Stadt, die im kolonialen Stil gebaut ist, machten wir zuerst Spaziergenge und fuhren mit dem Teleferico hoch in die Berge, um einen Panoramaausblick zu haben.

Am naechsten Tag um genau 6 Uhr weckte uns der Wecker und es ging auf eine Tour ins Cafayate, in das Weinanbaugebiet. Die Hinfahrt von 6 Stunden war unfassbar bunt und kreativ. Rote Erde und ihre Formungen waren unglaublich. Die Fantasie konnte gar nicht aufhoeren sich Geschichten auszudenken.

Am folgenden Tag ging es auf zweimal auf 4100 m hoch in die Berge der Anden. Der beruehmte "Tren de las Nubes", ein Kunstwerk der Ingeneure aller Welt, ist leider sehr ueberteuert mit seinen 250 US $ nur fuer ein paar Stunden Zugfahrt. Wir entschlossen uns die gleiche Strecke nur mit einem Auto abzufahren. Wir waren eine kleine Gruppe von 4 Leuten und unser Guide. Die Anden waren bewunderswert, genauso, wie ihre Einheimischen. Auf 3000 m ueber dem Meeresspiegel lebend, Minusgrade in der Nacht, plus 30 Grad am Tag. Stein ueber Stein, wo kein Grashalm weit und breit waechst. Und diese Menschen leben in Geduld und in Leidenschaft fuer ihre Anden. Wirklich bewunderswert. Nach der Ueberquerung der ersten 4000 m, fuhren wir viele, viele Kilometer weiter bis wir in der Ferne etwas glinzern gesehen haben, etwas naeher kam uns in den Sinn, dass es eine riesige Lagune ist. Der Guide wollte uns nichts verraten. Es war eine Salzwueste. 70km lang und 30 km breit, ein See, wo oben drauf eine dicke Salzkruste ist. Wir fuhren die 70 km lang auf dem Salz, schnell, denn ansonsten wuerde das Salz brechen und wir wuerden 50cm tief im salzigen, eiskaltem Wasser stehen. Dies war ein Highlight in meinem Argentinientrip! Die Salzflaeche erschien mir wie Schnee, nur das einige Kilometer weiter, die roten Berge im Hintergrund nicht zu meinem bekannten Bild passten.

Wieder den 4100meter Hohen Pass ueberquert, ging es in das Tal, zu dem Berg mit den 7 Farben. Nicht nur der einzige Berg war bunt, alle Berge rundherum hatten die verschiedensden Farben. Es schien mir, als wenn Maler mit seiner vielzahl an Farben und Pigmenten hier gewesen war. Wunder, wunder, wunderschoen!


Danke Argentina fuer deine verschiedenen Landschaften!
















Sonntag, 1. Mai 2011

Eine Wand voller Wasserfaelle

Buenos Aires, Argentinien - Puerto Iguazu, Argentinien, kosten fuer die Busfahrt 125 US $ nur fuer eine Hinfahrt
Buenos Aires, Argentinien - Foz do Iguzu, Brasilien, kostet hingegen nur 55 US $, obwohl es einige Kilometer weiter entfehrt ist.

Nach sehr viel Stress in wenigen Stunden (wegen dem Nichtwissen, ob ich eine Visa brauche, stellte sich heraus, dass Socra ein Visum braucht und eine Gelbfieberimpfung, die Information ueber den Pass und Visum hat sich falsch herrausgestellt, aber die Gelbfieberimpfung musste sein) in Buenos Aires, stiegen wir erleichtert in den Bus in Richtung Brasilien. Die staendige Frage die uns waehrend der Fahrt quaelte war, wo den das Leben guenstiger waere: in Argentinien oder doch Brasilien? Muede angekommen, haben wir uns gleich eine "Posada" am Terminal gesucht und uns waren die paar Doller dann doch egal.

Gleich am ersten Tag sind wir hin und her zwischen den Grenzen gefahren, jedesmal freute ich mich ueber zwei Stempel mehr im Pass. Argentinien mit ihren sehr organisiertem Alles, war mir schon sehr gewohnt aus Deutschland. Hingegen war ich sehr ueberrascht als ich Foz do Iguazu als aehnlich oder sogar ordentlicher, organisierter etc vorfand. Preise fuer Essen und Hostals waren sogar dort teuer. Die Haeuser und Supermaerkte waren prachtvoll und ueberall wimmelte es von Pools. Das war eine Ueberraschung, aber eine sehr positive.



Am naechtsen Tag ging es zu DEN Wasserfaellen. In den beiden, oder besser gesagt drei (Paraguay) werden sie nur mit "den" Wasserfaellen angesprochen. Und das zurecht. Nicht mal aus Filmen oder Fotos habe ich mir es so vorgestellt. Am ersten Tag sahen wir die Argentinische Seite der Wasserfaelle an. Ein Nationalpark, sehr schoen gestaltet und vor allem, alles sehr behindertengrecht. Acht Stunden waren wir am wandern und staunen und konnten die Augen nicht wegdrehen. Die ganzen Aeffchen und andere Tiere waren unwichtig. Was wir sahen, wurde mit jedem Schritt besser. Beim ersten Anblick der Wasserfaelle, fielen uns die Worte: " Wow, so etwas habe ich noch nie gesehen, es kann ja gar nicht besser werden auf unserer Reise..." ein, aber wirklich... mit jedem Meter und jeder Minute fielen uns keine Superlative mehr ein. Eine Wand, oder besser gesagt, Waende aus verschiedenen Wasserfaellen mit verschiedenen Etappen und Intensivitaeten. Und immer wieder war es unglaublich, was die Natur fuer eine Macht hat. Aber auch der Mensch. Wir spazierten genau ueberhalb der Wasserfaelle und schauten nur runter, genau dort wo was Wasser brach. Wir liefen kilometerlang auf dem Fluss um dann im "Teufelshals" runterzugucken. Der Fluss, der so klein und unbedeutend erscheint, macht eine kleine Biegung und dann passiert das unglaubliche...

Zugedroehnt mit Impressionen und Bildern, Geraeuschen  und Ideen, konnte es ja kaum besser werden am naechsten Tag, auf der Brasilianischen Seite. Und doch... Es war zwar anders, aber wieder kann ich es kaum in Worte fassen, Superlative habe ich nur im Kopf, die ich aber nicht ausdruecken kann. Auf der Argentinischen Seite waren wir "mitten im Geschehen", "mitten im Bild". Auf der Brasiliansichen Seite, die nur knappe zwei Stunden gedauert hat um sie zu besichtigen, sahen wir das Ganze wie eine Einheit. Die ganze Wand zusammen auf einem Bild. Beide waren einfach unglaublich und unbeschreibar. Fotos zeigen nicht das was wir gesehen, gespuert und erlebt haben. Aber wenigstens ein kleines Andenken.

Bis heute weiss ich nicht, ob die Wasserfaelle von Igauzu eines der / Weltwunder ist oder nicht. Aber definitliv ist es sehenwert und ein MUSS! Kein Wunder, dass die Preise fuer Busse etc so teuer sind.

Die Wasserfaelle sind preislos!