Montag, 9. Mai 2011

Ueber die Anden nach Chile

Der sowohl geplante als auch spontane Stopp in Mendoza, war doch sehr kurz. Nach Salta, Argentinien wusste ich erstmal nicht was ich machen soll. Cordoba habe ich uebersprungen und nun wusste ich nicht ob ich die kleine Stadt im Hintergrund der Anden besuchen soll. Ich entschloss mich doch dazu, denn in nur 8 Stunden waere ich von dort in Santiago de Chile.



Angekommen in Mendoza, ging ich erstmal zur Touristeninformation. Hoeflich und nett erklaert, merkte ich, dass mich eine Sehenswuerdeigkeit interessieren wuerde, naehmlich die "Alta Montaña". Die wuerde ich aber ohnehin beim Ueberqueren der Grenze nach Chile sehen. Also  entschlossen kaufte ich mir das naechste Ticket nach Santiago de Chile. Mit schnellen Schritten schritt ich das Staedtchen um in den zwei Stunden so viel wie moeglich zu sehen. Ich liebte die Kleinstadtatmosphere mit vielen Stunden und Cafes, sowie Alleen mit grossen Baeumen, die Schatten spendeten in der Mittagshitze. Mendoza ist bekannt fuer den Wein, denn mit ueber 70 % des Weines aus Argentinien wird in der Cuyo-Region produziert.

Nach dem Tausch von Argentininschen Pesos in Chilenische, einem kleinen Snack und viel Schweiss, setzte ich mich in den Bus um von der Postkartenstadt Mendoza (im Hintergrund die grossen Berge der Anden) in die Postkartenstadt auf der gegenueberliegenden Seite der Anden zu fahren.

Die Zeit wollte nicht vergehen, die Schnellstrasse schleichte um Kurven und Kurven. Nach 4 Stunden und vielen Metern ueber dem Meerespiegeln fuhr der Bus in einen sehr langen Tunnel rein und raus kamen wir auf der Chilenischen Seite der Anden. Der Grenzuebergang war sehr langwirig und schwierig. Alle Sachen mussten rausgenommen und verzollt werden. Lebensmittel, Holz und Tierprodukte waren strengst verboten. So eine harsche Kontrolle hatte ich in Suedamerika bisher noch nicht, und  das noch in eisiger Kaelte auf 4000 oder 5000m ueber dem Meeresspiegel.

Die Fahrt in Richtung Westen ging schnell vorbei. Eine Stunde fuhr der Bus nur Serpentinen bis wir schnell auf nur wenigen Metern ueber dem Meeresspiegel uns befanden.

In Santiago krank angekommen, wegen der Klimaanlange in den sowieso schon kalten Anden, legte ich mich nur noch ins Bett und schlief. Am naechsten Tag machten sich Ramon, ein alter Freund aus Amerika bei dem ich gerade wohne in Santiago, auf in die Stadt. Bedrueckend kalt und neblig war es und ganz ungemuetlich in winterlichen Stadt, Ich weiss auch nicht, ob mir die Stadt deswegen nicht gefallen hat, wegen dem ekligen Wetter oder vielleicht aufgrund meiner Mandelentzuedung und Fieber. Nachdem wir die Stadt von oben (mit dem Teleferico) und unten gesehen haben, war ich noch ueberzeugter, dass die Stadt nichts fuer mich ist. Mit meiner gelben Jacke und mit meinem roten Schal viel ich auf der Strasse auf, denn alle Leute trugen schwarze Kleidung. Die Gesichter sahen steif aus und ich war zwischenzeitlich verwirrt, wo ich denn sei. Denn dieses Bild war mir bisher unbekannt in Suedamerika. Mein amerikanischer Freund stimmte mit mir ueberein, dass diese Stadt doch sehr kalt und egoistisch ist.

Ein Highlight war der gestrige Tag als wir nach Valparaiso gefahren sind, in die Hafenstadt, die rund 130km entfehrnt ist. Sehr kuenstlerisch und runtergekommen, hatte aber sehr viel Charm. Die Stadt gehoert auch zu UNESCO Weltkulturerbe. Die vielen Strassenkuenstler verweigten sich in den Strassen von Valpo mit Grafitti. Viele Strassenmaerkte und Lifemusik und die 14 aus dem 19.Jahrhundert stammenden deutsche und englische Aufzuege, haben mein Herz gewonnen. Ausserdem die Strassenhunde. Die Chilener lieben einfach Hunde, auch wenn sie auf der Strasse leben, streicheln sie sie und geniessen zusammen den completo oder einfach nur Hot Dog gennant. Der eine Hund, der mein Herz gestohlen hat, verfolgte mich ganze 3 Stunden und bellte jede Person an, die sich mit naeherte. 







In der Nacht fuhren wir nach Viña del Mar, eine Stadt 5 min entfehrnt von Valparaiso, und wir waren mal wieder in einer ganz anderen Wirklichkeit. Nach dem kalten Santiago, in das aermere aber verrueckte Valparaiso, in das supersnobbische Viña... und das alles liegt nur ein paar Kilometer voneinander. Viña del Mar ist ein exclusiver Strandort mit Goldplaezten und vielen Gartenanlangen.
Zurueck in Valpo, warteten wir auf den Bus, der uns zurueck nach Santiago bringen wuerde. Wir setzten uns in den Park. Eine Band spielte Cumbia-Musik und eine Frau mit Kruecken tanzte. Es gesellten sich viele Obdachlose und Betrunkene hinzu. Hunde jaulten und Kuenstler kifften. Das ist doch mein Valparaiso. Lachend sahen Ramon und ich uns das ganze Spektakel zum Muttertag fuer Einsame an.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen